» Anreise:
Am Morgen des 25. August traten 50 heldenhafte Schüler und 4 wagemutige Lehrer die Reise ins ferne und barbarische Britannien an, welche eine beschwerliche und konfliktreiche werden sollte - was sie aber nicht tat
Nach der einen oder anderen Stunde der Busfahrt gelangten wir in den Hafen von Calais, wo uns bereits unser Schiff erwartete.
Auf dem Schiff angelangt, stürmten wir sogleich in die Spielhölle um unsere Gier nach virtueller Gewalt zu befriedigen (man bedenke - wir saßen bereits seit mehreren Stunden nicht mehr am PC, obwohl manche von uns im Bus ihre Augen auf anderweitige Monitore gerichtet hatten).
Die eher femininen unter uns suchten allerdings vorwiegend die Kantine, den zollfreien Shop oder auch die Toilette auf.
Nach weiteren Stunden der Reise kamen wir schließlich auf dem sogenannten "Wallington Place" an, wo wir uns mit unseren Gasteltern trafen, welche dann auch letztendlich alle kamen.
Kurz und bündig waren sowohl Unterbringung als auch Essen bei den meisten fragwürdig.
» London, 1. Tag, die Frisur sitzt:
Vom "Wallington Place" wurden wir von unserem Busfahrer (Codename: Heinz) in unserem Reisebus in die Innenstadt bis zur Westminster Bridge kutschiert, welche auch für die nächsten Tage unser Treffpunkt sein sollte.
Nachdem wir zuerst Big Ben und Westminster Abbey besichtigt hatten, teilten wir uns in die schnelle und in die weniger schnelle Gruppe auf, damit die Wanderlustigen unter uns das Tagespensum erreichen konnten.
Wir, die wir uns in der schnellen Gruppe befanden, besuchten den Buckingham Palace (die Queen war gerade zuhause, lud uns aber nicht ein), Picadilly Circus (wo wir unsere erste essbare Mahlzeit seit Stunden einnahmen, McDonals sei Dank!), das Hard Rock Café (wo wir sogleich das ein oder andere Souvenir mitgehen ließen) und die auf dem Weg liegenden Sehenswürdigkeiten.
Schließlich trafen wir die langsame Gruppe am Science Museum, welches wir dann auch besichtigten, um uns mehr oder weniger interessante Vorträge und Experimente anzutun.
Nach diesem Exkurs in die Wunderwelt des Wissens waren wir auf uns allein gestellt mit der Aufgabe, unter höchstem Zeitdruck den Weg zum Bus zu finden, was uns nicht daran hinderte, vorher noch einmal bei McDonalds einzukehren.
Als dann auch die Letzten am richtigen Bus angekommen waren, beschlossen wir, nach Wallington zurück zu fahren.
» London, 2. Tag:
Vom Wallington Place aus ging es wieder in die Stadt, dieses Mal von einer provisorischen Haltestelle in der Nähe der Tower Bridge aus.
Von dort aus liefen wir - wie zu erwarten - zur Tower Bridge, wo wir dann auch erstmal warten mussten, da ein Schiff von nie da gewesenen Dimensionen Durchfahrt begehrte (das Schiff war mindestens 3m hoch, somit hätte es niemals unter einer geschlossenen Tower Bridge hergepasst).
Nachdem sich die Brücke langsam geöffnet und noch langsamer wieder geschlossen hatte und die Speicherkarte unserer Digitalkameras um an die 12 Fotos reicher waren (so eine Brücke sieht man nicht alle Tage!), ging es schließlich weiter.
Auf der andere Seite der Brücke widmeten wir uns dem Tower of London.
Wie so oft mangelte es auch dieser Sehenswürdigkeit an keinem Souvenirshop, so dass wir uns ein weiteres Mal den Verführungen des Konsums hingeben konnten.
Mit reich angefüllten Taschen ging es dann weiter zum Monument, dem Symbol des großen Brandes von 1666.
Die Mutigen unter uns wagten den Aufstieg auf das Monument mit seinen 512 Stufen und wurden dafür mit einem fantastischen Ausblick über die Docklands entlohnt.
Nach diesem Höhenflug wurden wir auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, als wir den horrenden Preis für den Eintritt in die St. Pauls Cathedral sahen, in der wir nicht einmal Fotos machen durften.
Trotzdem waren wir zum Großteil recht angetan, was nicht zuletzt daran lag, dass wir so manch ein Foto auf illegalem Weg tätigten.
Als wir die Kathedrale verlassen hatten, teilten wir uns auf in der Gruppen dreie, um Madame Tussauds, das Globe Theatre und das Imperial War Museum zu besichtigen.
Die Klugen unter uns wählten das Imperial War Museum, nicht zuletzt, um 30 Pfund zu sparen und auch um ein kostenloses Snickers an der Haltestelle Waterloo zu erhaschen.
Im Imperial War Museum angelangt, gelangten wir an viele neue Informationen über den 1. und 2. Weltkrieg, obwohl einige im Nachhinein doch nicht übermäßig begeistert waren.
Aus dem Museum raus fuhren wir zum Trafalgar Square, wo unsere Gruppe sehr zusammen schrumpfte.
Die übrige gebliebenen 2 fuhren dann mit sage und schreibe 3 (!) Lehrern zum Leicester Square, wo wir nach Stunden des Wartens endlich auch auf die anderen Verbliebenen trafen.
Alsdann wir im mindestens 20m² großen Chinatown angelangt waren liefen wir verwirrt, aber voller Orientierung umher und taten, als hätten wir Ahnung.
Zum Glück hatten wir unsere Asienexpertin Vanessa dabei, sodass wir uns durch die Gefilde von Chinatown führen lassen konnten, und an so manchem typisch klischeehaften Laden vorbeikamen.
Doch auch die ausdauernsten Füße brauchen mal Feierabend, weshalb uns Heinz wieder nach Hause fuhr, wo uns unsere Gasteltern voller Freude empfingen, um uns daheim ein Mal zu bereiten.
» London, 3. Tag, eine Schiffahrt die ist lustig.
Das Highlight des heutiges Tages war ein feucht-fröhliches Vergnügen: wir machten eine Bootsfahrt über die Themse.
Auf dem Boot, welches übrigens Richtung Greenwich düpelte, vertrieben wir uns die Zeit mit sinnlosen Fotosessions sondergleichen und begafften nebenbei ein weiteres Mal Londons wichtigste Sehenswürdigkeiten.
Doch wir lernten auch etwas interessantes auf der Bootsfahrt.
Zwar hatte niemand den Guide verstanden, jedoch schnappten wir die Worte "Cleopatras Needle" auf, woraufhin ein Großteil von uns in unreifes Gelächter ausbrach (also alle).
Nach der Tagesreisen dreie, genaugenommen dürfte es etwas an die eine Stunde gedauert haben, kamen wir in den Hafen von Greenwich, wo wir uns durch eine Massen von Schülern wühlen mussten, welche wenig später unser Boot gekapert hatten.
Nun bestiegen wir den Mount Greenwich, auf dessen Gipfel das Royal Observatory lag, welches seit Jahrhunderten eine Stätte des Wissens ist.
Vor selbiger Stätte dann waren wir gezwungen, uns der britischen Logistik zu unterwerfen (man brauchte ein Ticket für das Observatory, was es aber warum auch immer umsonst am Eingang gab).
Das Ticket in der Tasche (mal ehrlich, wir hatten keine) besichtigten wir den faszinierenden, überwältigenden Nullmeridian in Form eines roten Streifens auf dem Boden und das dazugehörige nicht minder interessante Museum.
Hierbei möchten wir auf die indiskrete Spendenaufforderung hinweisen, welche sich im Museum befand und in etwa aussagte, man solle doch mindestens der Dollar Fünfe spenden.
Nachdem wir reichlich gespendet hatten, wagten wir den Abstieg, wo wir uns mal wieder in mehrere Gruppen aufteilten.
Ein größerer Teil trat die Reise in die Stadt mit einem hochmodernen Verkehrsmittel an, welches noch nie ein Mensch zuvor gesehen hatte (nannte sich dann Dockland Lightrailway or somewhat).
In der Stadt durchliefen wir die Standardprozedur: McDonalds, Oxford Street, kaufen, kaufen, kaufen, zum Bus laufen.
So fand auch dieser Tag sein Happy End.
» Der Tag des Abschieds: Time to say goodbye
Ja nun bitte, der Tag der Abreise war gekommen.
Innerhalb von vier Tagen hatten wir die englische Hauptstadt durchquert, unsere Taschen mit allerlei und unsere Köpfe mit vielen neuen Informationen angefüllt, und unsere Fußspuren in der Geschichte verewigt.
Wie auch immer, Heinz fuhr uns bis zum Eurotunnel, durch welchen wir wenig später die Heimreise nach Europa antraten (wir waren natürlich vorher noch im nahegelegenen Einkaufszentrum).
Der Tunnel an sich war ein Fest für die Klaustrophobiker unter uns.
Doch auch dieses Übel war bald überstanden.
Lange Ruhe hatten wir trotz allem nicht, da uns kurz vor Antwerpen die nächste Willensprobe auferlegt wurde: Ein Film mit Jean Reno und Meg Ryan von solch grottiger Qualität, dass wir es vorgezogen hätten, die restliche Strecke zu Fuß zurück zu legen.
Und als wäre das nicht genug strafte uns das Schicksal mit einem Stau, sodass der Film nicht mal dazu reichte, die Zeit tot zu schlagen.
Doch auch ein blinder Bus findet mal die Grenze, sodass wir gegen 20 Uhr an der Schule ankamen und das erste Mal seit ach so langer Zeit diejenigen sahen, die sich ohne uns so schrecklich zu Hause gelangweilt hatten.
Alles in allem war die Fahrt aber doch sehr amüsant und erholsam, sodass wir es bis zum heutigen Tage nicht bereut haben, uns auf dieses Abenteuer begeben zu haben.
Julian & Martin
Dazu schreiben Lisa & Katharina: ... wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt und gingen zu Madame Tussaud... Die Wachsfiguren bei Madame Tussaud's sahen sehr echt aus und das Gruselkabinett war echt zum Schreien.
Gepflegtes Wohnen bei Londoner Familien
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Picadilly Circus am Abend
Chinatown
Imperial War Museum
Trafalgar Square
Touristenführerin am Buckingham Palace
Tube
Mc London ...
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