15.06.2007

München 2007

München – Die Kursfahrt des Physik LK

An einem Montag im Mai 2007 begann sie, die Kurs- und Studienfahrt des Leistungskurses Physik. Pünktlich um 6.30 Uhr – zu früh für einige - war Treffpunkt am Haupbahnhof in Dortmund. Nach einigen Stunden Fahrt und einem Umstieg erreichten wir mittags ziemlich verspätet den Münchener Hauptbahnhof – die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn ist ja durchaus bekannt. Dort angekommen gingen wir geschlossen bei bestem Münchener Wetter zur stadtnahen und deswegen auch (für uns Schüler) ideal gelegenen Jugendherberge.
Nachdem wir dort ganze 10 Minuten Zeit hatten, um unser Reisegepäck in unseren Zimmern zu verstauen, ging unser Programm direkt los. Wir nahmen die nächste U-Bahn in Richtung Olympiastadion, auf dem eine „Begehung“ des Zeltdaches anberaumt war, welches im Übrigen gleichzeitig auch der größte Faradey’sche Käfig der Welt ist – was sicherlich die wenigsten wissen. Dort wurde uns die genauere Konstruktion des Zeltdaches anhand eines interessanten Filmes nähergebracht. Da wir die Bauweise des Zeltdaches nun theoretisch kannten, konnten wir sie jetzt auch praktisch auf ihre Festigkeit überprüfen, was bedeutete, dass wir, nachdem wir unsere Sicherheitsausrüstung erhalten hatten, das Zeltdach nun auch endlich begehen. Auf dem Dach erhielten wir von unseren jungen Führerinnen einige weitere Vorträge über das Olympiastadion im Allgemeinen und dessen Geschichte. Danach fuhren wir zurück und hatten noch einige Stunden Zeit, um uns die Münchener Innenstadt anzuschauen.
Am nächsten Tag besuchten wir das Konzentrationslager Dachau - eine sehr erschütternde Erfahrung. Wir sahen einen Lehrfilm über das von den Nazionalsozialisten so genannte „Arbeitslager“. Anschließend besichtigten wir das auch im Lager ansässige Museum, welches die Qual der Insassen noch deutlicher illustrierte. Später machten wir noch einen Rundgang durch die original nachgebauten Baracken des Lagers und das Krematorium – der sicherlich niederschmetterndste Teil des Besuches.
Am Mittwoch stand das Deutsche Museum (der Naturwissenschaften) auf dem Programm. Hier wurden physikalische Phänomene durch praktische Versuche veranschaulicht, deren Höhepunkt darin gipfelte, dass es eine Show in einem Raum des Museum gab, in der ebenfalls Versuche mit Starkstrom – sichtbar als eine Art Lichtblitz – und dem Faradey’schen Käfig, in den sich ein Museumsmitarbeiter gesetzt hatte und lebend wieder herauskam, gemacht wurden.
Der nächste Tag begann mit einer Fahrt mit der U-Bahn an einen in der Wissenschaft durchaus bekannten Randbezirk Münchens: Garching. Hier besichtigten wir zwei Institute, das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und das Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Beide zur Max-Planck-Gesellschaft gehörenden Institute sind international renommiert und in einem der beiden ist Prof. Hänsch, einer der wenigen deutschen Nobelpreisträger der letzten Jahre, tätig. In der Plasmaphysik erhielten wir einen Vortag, dem einige wenige - nur im Halbbesitz ihrer geistigen Fähigkeit - folgen konnten, über Fusionsreaktoren, eine der Energiequellen der Zukunft. Anschließend durften wir in der Quantenoptik an einigen interessanten, aber auch kontroversen, Diskussionen zum im Unterricht behandelten „Dualismus – Welle Corpuskel“ teilhaben. Abends ließen wir diese Kursfahrt im Hofbräuhaus ausklingen.
Der letzte Tag begann mit einer kulturellen Besichtigungstour durch München durch unsere fachkundige Führerin Frau Hartung-Jöhren. Später packten wir die Koffer und traten die Heimreise an. Wir erreichten Dortmund dann mit einiger Verspätung, weil einige Menschen wohl den Drang verspürten, einen Spaziergang auf den Bahngleisen zu machen.
Alles in allem war es doch eine sehr interessante, lehrreiche und auch vergnügliche Kursfahrt, für die wir uns bei den beteiligten Lehrern, Frau Hartung-Jöhren und Herrn Nikolay, herzlich an dieser Stelle bedanken wollen.
Text: Nils M.


Das Olympiastadion mit seiner interessanten Dachkonstruktion



Zynische Inschrift im KZ Dachau

Ein "Muss" für jeden Reisenden ...