Die Erbse - ein Märchen von Emma Niescery (5d)

Kurz vor Weihnachten möchten wir euch mit einem kurzen Märchen begeistern.

Emma Niescery schrieb im Deutschunterricht bei Frau Granitza "Die Erbse" und zeigt damit, dass sie ein ganz besonders gutes Gespür für die Gattung "Märchen" besitzt. Magische Wesen, sprechende Tiere, abenteuerliche Aufgaben und gewitzte Lösungen, die zu einem Happy End führen, erwarten euch in diesem Märchen... und natürlich eine besondere kleine Erbse. Erbse und Märchen - da war doch was, oder?

erbse

Die Erbse

Es war einmal eine Bauerntochter, genannt Helena. Ihre Eltern waren schon lange verstorben, deswegen lebte sie bei ihrem Großvater. Die beiden waren sehr arm, aber sie hatten ein Geheimnis: Sie besaßen einen Zauberteller, der sich jeden Abend mit köstlichen Speisen füllte, sodass die beiden nie an Hunger litten.

Eines Tages entführte die böse Königin den Großvater und forderte die Herausgabe des Tellers. Wenn sie ihn nicht bekäme, werde sie den Großvater in einen Tisch verwandeln.

Helena hatte noch ein zweites Geheimnis, sie konnte mit Tieren sprechen. In ihrer Not wandte sie sich an ihren Freund, den Wolf. Der versprach ihr zu helfen und schlich in die Nacht hinaus. Er rannte über die drei Berge zum Schloss der bösen Königin, die gerade vor dem Spiegel saß und ihr Haar bürstete. Sie sprach: "Wie gut, dass niemand weiß, dass ich eine Erbsenallergie habe." Jetzt hatte der Wolf einen Plan.

Helena begab sich am nächsten Morgen zur Königin. Sie überreichte der Königin den Teller und sprach: "Hier ist der Teller." Die Königin wollte ihn sofort ausprobieren in ihrer Gier und sie wünschte sich Kartoffelpüree mit Schweinebraten. Als die Königin die Gabel zum Mund führte, heulte draußen der Wolf mit seinen sieben Geschwistern. Die Königin erschrak und schaute zum Fenster. In dem Moment legte Helena die Erbse auf die Gabel. Die Königin rief: "Von dem Rudel Wölfe lasse ich mir das Essen nicht verderben!", und sie steckte die Gabel in den Mund. Es gab einen lauten Knall und die Königin war verschwunden und auf dem Teller lag nur noch eine Erbse.

Helena befreite ihren Großvater aus dem Verlies, in das die Königin ihn gesperrt hatte, und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

(von Emma Niescery, 5d)