Was blüht denn da? - Wenn die Arbeit Früchte trägt!

Der Schulgarten hat die ersten Früchte hervorgebracht. Was sonst noch zu sehen ist, erfährst du hier.

 

  • Bienenfreundliche_Pflanzen
  • Bienenfreundliche_Pflanzen_2
  • Himbeeren
  • Kartoffelacker
  • Kartoffelernte_mit_derm_Bio-LK
  • Krter_im_Steinkbel
  • Narzissen
  • Schmetterlingsfnger_und_Lavendel

Unser Schulgarten am BBG

Den ersten Spatenstich für unseren Schulgarten machte die internationale Klasse im Sommer 2019 eröffnet. Seither findet ihr die Pflanzen des Schulgartens sowohl im Innenhof (große Fläche) als auch in den insgesamt vier Steinkübeln auf den Schulhöfen. Mittlerweile übernehmen unterschiedliche Klassen, die von Frau Weinert unterrichtet werden, die Gartenarbeit. Je nachdem was ansteht, findet der Biologieunterricht im Freien mit starkem Praxisbezug statt. Im Frühjahr und Sommer ist in der Regel mehr zu tun. 

Neben dem lehrreichen Anschauungsmaterial für den Unterricht liegt der Schwerpunkt auf bienenfreundliche Pflanzen; also alles was blüht: Lavendel, Schmetterlingsfänger, … aber auch Nutzpflanzen, wie Kräuter, Salbei, Thymian und auch Obst: Erdbeeren, Himbeeren, … sind Teil des „grünen Klassenzimmers“.
Frühjahreszwiebeln, wie Tulpen und auch Herbstzwiebeln, wie Allium und Krokusse sorgen unter anderem das ganze Jahr für Abwechlung auf unseren Schulhöfen.

Im Frühjahr 2021 wurde der Garten erweitert: Frau Weinert und ihr Bio-Leistungskurs haben Kartoffeln eingepflanzt. „Die Kartoffeln haben wir bereits abgeerntet“, erzählt sie etwas wehmütig „denn in den Sommerferien ist der Rasenmäher der Stadt Dortmund über die Kartoffelpflanzen gefahren. Wir nutzen jetzt diese Ernte zur Keimung für die nächste im Frühjahr 2022.“  
Von solchen unplanmäßigen Ereignissen lässt sich Frau Weinert nicht aufhalten, stattdessen steht bereits der Plan, auch weiteres Gemüse anzubauen, wie z. B. Kürbisse oder Zucchini. Sobald die Bioteria wieder geöffnet ist, kann sich die Küche daran bedienen. Übrigens: Auch die Erdbeerzucht soll erweitert werden, damit Marmelade für den Weihnachtsbasar eingekocht werden kann. Eine wahre Win-win-Situation.

 

Historisches: Die Idee des Schulgartens

Mit dem Aufblühen der Naturwissenschaften ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Forderungen nach biologischem Anschauungsmaterial in der Schule immer lauter. Infolgedessen kam es vor allem in größeren Städten zu Gründungen von Anzucht- und Liefergärten für den Unterricht. Diese Gärten versorgten meist mehrere höhere Schulen mit Objekten für die naturkundlichen Themen. Diese Anzucht- und Liefergärten gaben den Stand der damaligen Wissenschaft wieder und ähnelten in ihrem Aufbau den botanischen Gärten der Hochschulen.
Um 1880 entstand, ausgehend von ländlichen Regionen, ein zweites Motiv für Schulgärten. Als Folge der „Erziehung zur Arbeitsamkeit“ wurden immer mehr Arbeitsschulgärten ins Leben gerufen. Diese Gärten enthielten bereits verschiedene Bereiche und dienten nicht nur zur reinen Versorgung des naturwissenschaftlichen Unterrichts mit Anschauungsmaterialien, sondern zur praxisnahen Unterweisung der Jugendlichen. Während der Arbeitsschulbewegung entwickelten sich weitere unterschiedliche Gartentypen. Neben Gärten mit Einzelbeeten für die Schülerinnen und Schüler gab es auch andere, die die gemeinschaftlichen Erfahrungen der Klasse, z. B. durch Gestaltung größerer Bereiche wie Weihern oder Wiesen, stärken sollten. Als dritter Typus entstanden Gärten, in denen der Naturbeobachtung eine zentrale Rolle zukommen sollte und somit der naturwissenschaftliche Unterricht durch Erfahrungen in einem angelegten Biotop vertieft wurde.
Zwischen den beiden Weltkriegen wurden Schulgärten auch als Ort der zentral vorgegebenen körperlichen Ertüchtigung und der Freilufterziehung genutzt. Die lebendige Vielfalt der Schulgärten vor 1933 wurde durch das NS-Regime beschnitten und zur staatlichen Beeinflussung der Heranwachsenden missbraucht. So wurden Einzelbeete abgelehnt und besonders die gemeinschaftliche Ertragssteigerung beim Obst- und Gemüseanbau in den Vordergrund gestellt. Dieses schwere Erbe sorgte dafür, dass die Schulgärten nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend an Bedeutung verloren. Erst ab 1980 wurden bundesweit im Rahmen einer „allgemeinen Ökologiebewegung“ wieder angelegte Kleinbiotope und Gärten als Teil vieler Gymnasien in das schulische Leben integriert.